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Die Feier zum Charterjubiläum des RC Erfurt am 29. November 2011:
20 gute Jahre gelebter Freundschaft und tätiger Hilfe

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Nachrichtenbild An einem der traditionsreichsten Orte Erfurts, dem durch Martin Luther besonders bekannten Augustinerkloster, feierten wir am Abend des 29. November 2011 das 20-jährige Jubiläum der Charter des RC Erfurt. Dem Ort gemäß stimmungsvoll mit Orgelmusik unseres Freundes Silvius von Kessel eingeleitet, waren es überaus gelungene Stunden der Freude, der ernsten bis heiteren Erinnerungen und auch des Austauschs über das Gegenwärtige und Kommende im rotarischen Geschehen.

Präsident Heinrich Zimmermann war, als er zur Begrüßung ans Rednerpult ging,die Freude und auch ein wenig Aufgeregtheit durchaus anzusehen: Volles Haus und darunter manche rotarische beziehungsweise zugleich politische Prominenz. Da ihn sein Vorstand aber bestärkt hatte in der Idee, dieses Jubiläum ohne prominenten Redner von „außen“ zu gestalten und stattdessen auf die eigenen Freunde zu setzen, wechselte die Angespanntheit rasch zur bei ihm gewohnten Lockerheit. Dies umsomehr, da er in den Reihen der Gäste neben zu erwartender rotarischer Rednerprominenz aus dem Distrikt ans Rednerpult auch eine Frau bitten konnte, die in doppelter Funktion gekommen war: Frau Birgit Dietzel, die in Ostthüringen lebende Präsidentin des Thüringer Landtages und – seit kurzem – Rotarierin dort. Ihr Bericht darüber, warum sie dieser weltweiten Gemeinschaft gern angehöre, stieß auf lebhaftes Interesse; auch ihr Dank an den RC Erfurt für das bisher Geleistetewurde mit herzlichem Beifall quittiert.

Ein Zusammentreffen wie dieses lebt natürlich von Erinnerungen. Diese machten schon vor, und freilich auch nach dem offiziellen Teil der Jubiläumsfeier, immer wieder vernehmbar die Runde. Im Folgenden zu lesende Auszüge aus den von unseren Freunden Rudolf Arnrich, Claus-Peter März und Werner Heubel vorgetragenen persönlichen Erinnerungen an die Anfänge vor 20 Jahren spiegeln aus verschiedenen Sichten wieder, was Rotary für uns alle bis heute bedeutet: Eine Gemeinschaft gelebter Freundschaft und tätiger Hilfe.

Gründungsmitglied Rudolf Arnrich:

Von solchen Zielen haben wir uns gern überzeugen lassen

Erlauben Sie mir bitte, zuerst einige Bemerkungen über die Atmosphäre vorzutragen, die hier um das Jahr 1990 herrschte, bevor wir mit Rotary in Berührung kamen.

Die politische Wende, die wir alle so lautstark bejubelten, brachte einen tiefen Einschnitt in unseren Alltag mit sich. In kürzester Zeit änderte sich so viel, dass man seine liebe Not hatte, dem Ganzen zu folgen. Allein unsere Sprache blieb nicht mehr die gleiche wie zuvor. Abgesehen von den verschiedenen ungewohnten Dialekten wie bayerisch, hessisch, norddeutsch, rheinländisch usw., die man nun in den meisten Geschäften am Anger oder anderswo in Erfurt zu hören bekam, lernten wir z.B., dassdie Gürtelschnalle von jetzt ab „Schließe“, die Art zu denken „die Denke“ hieß, der Getränkestützpunkt wurde in „Getränke-Center oder –Shop“ umbenannt und die Straße der Waffenbrüderschaft wurde der „Hagebuttenweg“.

Wenn früher von „Prämien“ die Rede war, konnte man davon ausgehen, dass man etwas bekommt, nun aber bedeutete das Wort, es wurde einem etwas genommen (besonders von Versicherungen), man musste die Prämie bezahlen. Über die Juristensprache möchte ich nichts sagen. Sie schien aus früheren Jahrhunderten zu stammen, da kenne ich mich zu wenig aus. Dafür wussten wir, dass unsere Telefone von jetzt an nie mehr abgehört werden, und dass Doping im Sport ein unvorstellbares Verbrechen war, das es nur in den Ostblockstaaten gab. Einen politischen Witz konnte man nun laut auf der Straße den Freunden erzählen ohne befürchten zu müssen, dass man deshalb als junger Mensch vom Abitur ausgeschlossen werden könnte, wie es mir beinahe passiert wäre. Wir genossen die Freiheit in vollen Zügen, wir konnten die ganze Welt bereisen ... Wir waren besoffen von Freiheit. Alles schien möglich. Doch etwa ein Jahr nach der Wende wurde Mancher nachdenklicher. Also zurück? Nein, niemals! Mein Gott, wie oft waren wirnaiv gewesen! Und in dieser verrücktenZeit, also Anfang 1991, meldete sich Rotary zum ersten Mal. Aus Mainz kam eines Tages ein Anruf bei mir an. Am Telefon meldete sich ein Herr Dr. Hammerschmidt, der mir mitteilte, dass der Rotary Club Mainz-Churmeyntz die Absicht habe, in Erfurt einen Rotary Club zu gründen. Ob ich dabei mitmachen würde.Rotary-war das nicht etwas, was aus Amerika kam?Irgend eine von den vielen seltsamen Sekten?-Da fiel mir ein : Im unerwünschten West-Fernsehen hatte ich vor einiger Zeit etwas über einen Brunnenbau in einem armen afrikanischen Land gesehen, gebaut von Rotariern unter dem Motto: Anderen selbstlos helfen.Hatten wir in früheren Jahren nicht auch so etwas? Medizinische Hilfe in Vietnam und in Nicaragua, oder die Unterstützung der Freiheitsbewegungenin den Ländern der 3.Welt?Mainz, so erzählte man sich bereits vor der Wende, wollte schon länger mit Erfurt eine Städtepartnerschaft abschließen.Aber die frühere Erfurter Ober-Bürgermeisterin, die wir nur die rote Rosi nannten, war vehement dagegen. „Das könnte denen so passen“ soll sie gesagt haben. „MehrereJahrhunderte Erfurt in Abhängigkeit halten und zu unterdrücken, und nun auf Partnerschaft machen, das fehlte uns noch.“ Kurze Zeit später besuchten uns einige Rotarier aus Mainz, mit ihnen führten wir ausgiebige Gespräche. Wir wurden eingeladen, an einem Meeting in Mainz teilzunehmen.

Wenige Zeit danach fuhren die ausgewählten Professoren Lothar Ullrich und Peter Wutzler sowie Dr. Axel Wilken von der Dresdner Bank und ich, im Pkw nach Mainz. Wir erlebten beim Rotary Club Mainz-Churmeyntz unser erstes rotarisches Meeting. Um welches Thema es dabei ging, weiß ich heute nicht mehr, aber alle waren zu uns sehr freundlich,die Stimmung war sogar ausgesprochen freundschaftlich. Nach dem gemeinsamen Mittagessen schloss sich noch ein kurzer Besuch in der Privatwohnung von Dr.Hammerschmidt an, und danach machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Wir vier Erfurter waren hell begeistert und davon überzeugt, dass wir in Erfurt auch einen Rotary Club brauchen.

Aber das größte Wissen über Rotary besaß mit Abstand schon Prof. Ullrich. Er erklärte unsdie rotarische Organisation, sprach über die Aufgaben und Pflichten der Mitglieder, die Leitprinzipien mit der Vier-Fragen-Probe, über die nationalen und internationalen Programme und natürlich über die Geschichte von Rotary, über Paul Harris und die Zustände in Chikago 1905 .Als wir wieder in Erfurt ankamen, waren wir zwar geschafft, aber glücklich undzufrieden.Professor Ulrich war besonders anzumerken, wie sehr er vom rotarischenGedankenfasziniert war. Wie kaum einem anderen eröffnete sichfürihn eineneue Welt, die er nutzen wollte und auch konnte. Er riss uns inseiner Begeisterung mit. Wir trafen uns schon bald in seiner Wohnung bei einem guten Glas Wein, und wir überlegten, wie wir weiter vorgehen könnten und welche Personen noch in den Kreis passenwürden.

Aber dann kamen sie wieder zurück, die Bedenken und Zweifel:Auf was hast du dich da eigentlich eingelassen? Können so selbstbewusste Männer aus verschiedenen Berufen, die gewohnt waren, ihre Meinung nicht nur deutlich zu machensondern auch durchzusetzen, sich tatsächlich zu einem solchen Freundeskreis zusammen schließen? Ältere Rotarier versicherten uns, dass das sehr wohl funktioniert:Selbstlos Anderen zu dienen, denen, die im Leben nicht geradevom Glück verfolgt worden sind.Für Frieden und Völkerverständigung eintreten und sich Woche für Woche treffen, um Freundschaft zu pflegen, gute Vorträge zu hören oder zu halten, Hilfsprojekte zu planen und auf den Weg zu bringen. Von solchen Zielen lassen sich charakterlich einwandfreie, hilfsbereite und erfolgreiche Persönlichkeiten gern überzeugen.

Gründungsmitglied Werner Heubel:

Es wuchs zusammen, was zusammen gehörte

Bei und nach dem Gründungstreffen am 9. April 1991 lernte ich diejenigen kennen, die als Erfurter die tragende Säule des zu gründenden Clubs werden sollten. Dazu gehörten die Freunde Arnrich, März, Ruge, Schleiff, Wutzler und natürlich Freund Ullrich, der dann erster Präsident wurde. Dann kamen die Freunde Andres, Brokhof, Günther, Hutt, Rolf Lehmann, Lukassek, Müller, Renner, Wessel und Zeh dazu. Diejenigen, die an der Gründungsversammlung am 27.6.1991 teilnahmen, spiegelten in ihrer Zusammensetzung das durchaus beabsichtigte ausgewogene Verhältnis zwischen ursprünglichen Erfurtern und „Zugereisten“. Wir waren im Sommer 1991 dann 18 Gründungsmitglieder, davon stammten 11 aus Erfurt, und 7 aus den alten Bundesländern, von diesen waren 4 Alt-Rotarier. Die Auswahl der Freunde musste wohl bedacht werden. Es hat da auch manche Pannen gegeben. Ich kann hier ja ruhig sagen, dass ich bei meinen vielen Kontakten mit Vertretern von Thüringer Wirtschaftsunternehmen mehrfach auf eine Aufnahme bei Rotary von Leuten angesprochen worden bin, bei denen die Mitgliedschaft besser unterblieb, übrigens auch von Westdeutschen. Wir waren uns einig und Freund Ullrich hat es seinerzeit mehrfach ausgesprochen: wichtig war eine ausgewogene Mischung zwischen Erfurtern und Neuankömmlingen. Es sollte ein Erfurter Club sein.

In der Gründungsversammlung, an der auch Freund Hammerschmidt, sowie der damalige Präsident des RC Mainz-Churmeyntz, den ich auch schon als früheren Bankkollegen kannte, und der Governor des 188. Rotary-Distrikts teilnahmen, wurde dann die Clubsatzung verabschiedet, der Zeitpunkt der Meetings festgelegt und der neue Vorstand gewählt. Der Bericht über diese Gründungsversammlung vom neugewählten Sekretär zählt für den Monat Juli 1991 auch die ersten Vorträge auf. Danach kamen weitere Mitglieder dazu, sodass mit 25 Mitgliedern am 13. Dezember 1991 im Erfurter Dom, im Rathaussaal und im Erfurter Hof die Charterfeier mit 200 Gästen festlich begangen werden konnte.

Für mich war selbstverständlich, dass ich dem entstehenden Club in Erfurt angehören wollte. Dabei war mir Rotary in Erfurt schnell wie eine wohltuende zweite Heimat, ja wie eine Oase in einem äußerst schwierigen Umfeld. Die Arbeit bei der Treuhandanstalt war kein Zuckerschlecken. Abgesehen von den Äußerlichkeiten wie dem Aufenthalt in unangenehm riechenden Büros voller Sperrmüllmöbel und schwierigen technischen Bedingungen wie mangelhafte Telefone usw., waren die Schwierigkeiten bei den der Treuhandanstalt Erfurt zugeteilten ca. 600 Betrieben belastend, ob es um die immer mit Entlassungen verbundene Restrukturierung ging oder das Finden von Investoren mit einwandfreier Bonität. Es ist ja kein Geheimnis, dass in schwierigen Zeiten die Gauner besonders aktiv sind. So war ich in dieser Zeit erleichtert, bei Rotary Freunde vorzufinden, mit denen man herzerfrischend offen und freundschaftlich umgehen konnte und denen man die Freude am Gelingen der friedlichen Revolution anmerken konnte.

So hat dann auch Rotary in Erfurt seinen Teil dazu beigetragen, dass zusammenwuchs was zusammengehörte.

Gründungsmitglied Claus-Peter März:

Lothar Ullrich gab den Anfängen mit großer Begeisterung Hintergrund und Kontur

UnseremPräsidenten war es ein wichtiges Anliegen, dass in dieser festlichen Stunde, in der es wesentlich auch um Rückschau und Erinnerung der Anfänge gehen sollte, der Gründungspräsident unseres Clubs, Freund Lothar Ullrich, angemessen zur Sprache gebracht werde - denn gerade er hat sich um unseren Club in besonderer Weise verdient gemacht. Ich bin, weil ich mit Lothar Ullrich seit langem freundschaftlich verbunden bin, zu eine aufgefordert worden, dies trotz derschmerzlichen Umstände zumindest zu versuchen.

Wir wissen alle seit längerem um Freund Ullrichs Erkrankung. Solange es ihm gesundheitlich möglich war, hat er den Club noch besucht. Später hat er sich dann doch zurückgezogen, weil ihm durch den Rückgang der Kommunikationsfähigkeit das aktive Mittun im Club immer schwerer fiel. Und das war dann auch schon kein wirklicher Abschied mehr, sondern eher ein stilles und allmähliches Hinausgleiten aus unserer Gemeinschaft, das viele im Club sehr berührt hat. Heute ist sein Zustand dergestalt, dass er allein kaum mehr aktionsfähig ist und auch nur noch wenige, mit denen er früher Gemeinschaft pflegte, erkennt.

Ich treffe ihn bisweilen am Sonntag in der Schotten- oder in der Martinikirche, wohin er mit seiner Haushälterin zum Gottesdienst geht. Mich erkennt er noch und wir sprechen auch immer miteinander. Er äußert sich freilich nur noch in sehr kurzen Sätzen, sagt nur wenige Worte. Ja - er ist eingeschränkt, aber er ist offen und – das ist mir wichtig hier zu sagen - ich habe ihnniemals verbittert erlebt.

Nach diesen nicht einfachen, aber wohl notwendigen Bemerkungen zur derzeitigen Verfassung von Freund Ullrich, möchte ich zurückschauen auf das Jahr 1992 und auf jene erste, eigentlich noch im Vorfeld liegende Phase unseres Clubs eingehen, in der wir Rotary als etwas für uns, die wir aus dem Osten Deutschlands kamen, durchaus Neues entdeckten. Es war dabei vor allem Lothar Ullrich, der diesen Anfängen mit großer Begeisterung Hintergrund und Kontur zu geben vermochte. Denn damals – es war im zweiten Jahr nach der Wende! -wussten keineswegs alle von uns präzise zu sagen, was man sich denn letztendlich unter Rotary vorzustellen habe – auch ich nicht. Ich hatte wie die meisten von uns den Brief eines Gründungsbeauftragten bekommen, der mich zu einem „Rotarischen Tisch“ einlud. Weil ich nicht wusste, was ein „rotarischer Tisch“ sei und mir – als „gelerntem DDR-Bürger“ - das Ganze fremd vorkam, wollte ich der Einladung eigentlich nicht folgen. Da aber in dem Schreiben darauf verwiesen wurde, dass mir Prof. Lothar Ullrich weitere Auskünfte geben könnte, habe ich ihn angesprochen und ihm auch ganz unbekümmert mitgeteilt, dass ich bei dieser „rotarischen Sache“, mit der ich nicht allzu viel anzufangen vermochte, wahrscheinlich nicht mittun werde...!

Diejenigen von ihnen, die Lothar Ullrich kennen, vielleicht da und dort auch unter seiner Ungeduld, wenn sich die Dinge nicht so schnell einordnen ließen wie bei seinen Studenten, ein wenig gelitten haben, können sich unschwer ausmalen, was dann folgte: Er vermerkte zunächst, dass meine Vorstellung von Rotary – und das Folgende ist „Originalton“ – „nicht nur falsch, sondern geradezu hirnrissig sei!“. Dann begann er mir Rotary mit solcher Begeisterung zu beschreiben, dass ich mich der Bemerkung nicht enthalten konnte, dass seine Begeisterung geradezu religiöse Züge annähme, was eines katholischen Theologen wohl nicht ganz angemessen wäre. Er konnte dann immerhin auch über sich selber ein wenig lachen. Aber dabei blieb es nicht. Er setzte sogleich nochmals an und brachte Rotary dann in etwa so auf den Punkt: „Da setzen sich Leute zusammen, die von unterschiedlichen Dingen etwas verstehen, und sie überlegen, wie sie mit dem, was sie an Fähigkeiten mitbringen, in dieser Gesellschaft etwas tun können, was anderen hilft…und dass das auch funktioniert pflegen sie Gemeinschaft miteinander, weil Freundschaft die Basis ist, auf der das alles wachsen kann . Also im Klartext: Gemeinschaft pflegen, damit es für andere etwas bringt.“

Nach diesem Gespräch, das für mich in der Konsequenz durchaus etwas Zwingendes an sich hatte, bin dann doch zu diesem rotarischen Tisch gegangen und war in der Folge fast immer anwesend. Ich gestehe auch, dass diese Anfangszeit für mich mit zum Faszinierendsten gehört, was ich bei Rotary erlebt habe. Aus der Rückschau heute würde ich sagen, dass da tatsächlich zur Geltung kam, dass jedem Anfang eben jener Zauber innewohnt, der uns erhebt und der hilft auch neues Land zu betreten – und wir betraten Neuland! Wir kamen mit unterschiedlichsten Lebensläufen und Orientierungen, begannen ein Netz des Verstehens zu knüpfen.. Und da war als die Gabe des Anfangs eben auch jenes immer neue, jeder eingefahrenen Gewohnheit abholde Sich-Einander-Erklären. Das war für mich das eigentliche Faszinosum an Rotary.

Lothar Ullrich hat das alles in seiner Rede zur Charterfeier zum Ausdruck gebracht, die für mich zu den wirklich großen Texten zählt, die ich im Club aufgenommen habe.Immer und überall wurde deutlich: Für ihn war Rotary eine prägende Erfahrung.

Ein Bonmot, das er immer wieder einmal gebraucht hat, bringt das auf ganz eigene Weise auf den Punkt. Er hatte sich kurz zuvor seinen ersten PC gekauft und sich solange mit diesem Gerät befasst, bis er alle Funktionen kannte – denn er hätte es einfach nicht ertragen, wenn er mit einer nicht erkannten und beherrschten Funktion seines PCs hätte weiterleben sollen. Dann war er natürlich völlig fasziniert von dem, was dieser relativ kleine Kasten alles konnte. Er prägte in einer Vorlesung vor den Studenten den Satz: Es gäbe drei Dinge, die ihn wieder jung gemacht hätten: erstens: die politische Wende, zweitens: sein Computer, und drittens: Rotary. Das ist zwar zunächst einmal, wie schon gesagt, nur ein Bonmot, aber er meinte das durchaus ernst. Und für unseren Club war dabei aus seiner Sicht der Vergleich mit seinem PC und noch mehr mit der politischen Wende im höchsten Maße ehrenvoll gemeint.

Diese Faszination prägte seine Zeit als Govener, und sie kam auch dann noch zum Ausdruck, als er uns beim zehnjährigen Jubiläum eine Überschau über den Club und seine Gestaltungsräume gab. Er war schon gezeichnet von der Krankheit und er tat sich mit der Rede schwer, aber er wollte mit dem, was er da mit allen möglichen Rechnungen herausgefunden und zusammengestellt hatte, uns allen wohl noch sagen, wie wichtig ihm der Club sei und welche Bedeutung er für diese Stadt habe.

Fotos: Wolfgang Lukassek, RC Erfurt

Einleitender Text und Redaktion dieses Berichtes: Heinz Stade, RC Erfurt

Sonntag, 8. Januar 2012/web797
Letzte Änderung: 09.01.12/web797


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