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Präsident Heinrich
Zimmermann war, als er zur Begrüßung ans Rednerpult ging,die Freude und auch ein wenig Aufgeregtheit
durchaus anzusehen: Volles Haus und darunter manche rotarische beziehungsweise
zugleich politische Prominenz. Da ihn sein Vorstand aber bestärkt hatte in der
Idee, dieses Jubiläum ohne prominenten Redner von „außen“ zu gestalten und
stattdessen auf die eigenen Freunde zu setzen, wechselte die Angespanntheit
rasch zur bei ihm gewohnten Lockerheit. Dies umsomehr, da er in den Reihen der
Gäste neben zu erwartender rotarischer Rednerprominenz aus dem Distrikt ans
Rednerpult auch eine Frau bitten konnte, die in doppelter Funktion gekommen
war: Frau Birgit Dietzel, die in Ostthüringen lebende Präsidentin des Thüringer
Landtages und – seit kurzem – Rotarierin dort. Ihr Bericht darüber, warum sie
dieser weltweiten Gemeinschaft gern angehöre, stieß auf lebhaftes Interesse;
auch ihr Dank an den RC Erfurt für das bisher Geleistetewurde mit herzlichem Beifall quittiert.
Ein Zusammentreffen wie
dieses lebt natürlich von Erinnerungen. Diese machten schon vor, und freilich
auch nach dem offiziellen Teil der Jubiläumsfeier, immer wieder vernehmbar die
Runde. Im Folgenden zu lesende Auszüge aus den von unseren Freunden Rudolf
Arnrich, Claus-Peter März und Werner Heubel vorgetragenen persönlichen
Erinnerungen an die Anfänge vor 20 Jahren spiegeln aus verschiedenen Sichten
wieder, was Rotary für uns alle bis heute bedeutet: Eine Gemeinschaft gelebter
Freundschaft und tätiger Hilfe.
Gründungsmitglied Rudolf
Arnrich:
Von solchen Zielen haben wir uns gern
überzeugen lassen
Erlauben Sie mir bitte,
zuerst einige Bemerkungen über die Atmosphäre vorzutragen, die hier um das Jahr
1990 herrschte, bevor wir mit Rotary in Berührung kamen.
Die politische Wende,
die wir alle so lautstark bejubelten, brachte einen tiefen Einschnitt in
unseren Alltag mit sich. In kürzester Zeit änderte sich so viel, dass man seine
liebe Not hatte, dem Ganzen zu folgen. Allein unsere Sprache blieb nicht mehr
die gleiche wie zuvor. Abgesehen von den verschiedenen ungewohnten Dialekten
wie bayerisch, hessisch, norddeutsch, rheinländisch usw., die man nun in den
meisten Geschäften am Anger oder anderswo in Erfurt zu hören bekam, lernten wir
z.B., dassdie Gürtelschnalle von jetzt
ab „Schließe“, die Art zu denken „die Denke“ hieß, der Getränkestützpunkt
wurde in „Getränke-Center oder –Shop“ umbenannt und die Straße
der Waffenbrüderschaft wurde der „Hagebuttenweg“.
Wenn früher von „Prämien“ die Rede war,
konnte man davon ausgehen, dass man etwas bekommt, nun aber bedeutete das Wort,
es wurde einem etwas genommen (besonders von Versicherungen), man musste die Prämie
bezahlen. Über die Juristensprache möchte ich nichts sagen. Sie schien aus früheren
Jahrhunderten zu stammen, da kenne ich mich zu wenig aus. Dafür wussten wir,
dass unsere Telefone von jetzt an nie mehr abgehört werden, und dass Doping im
Sport ein unvorstellbares Verbrechen war, das es nur in den Ostblockstaaten
gab. Einen politischen Witz konnte man nun laut auf der Straße den Freunden erzählen
ohne befürchten zu müssen, dass man deshalb als junger Mensch vom Abitur
ausgeschlossen werden könnte, wie es mir beinahe passiert wäre. Wir genossen
die Freiheit in vollen Zügen, wir konnten die ganze Welt bereisen ... Wir waren
besoffen von Freiheit. Alles schien möglich. Doch etwa ein Jahr nach der Wende
wurde Mancher nachdenklicher. Also zurück? Nein, niemals! Mein Gott, wie oft
waren wirnaiv gewesen! Und in dieser
verrücktenZeit, also Anfang 1991,
meldete sich Rotary zum ersten Mal. Aus Mainz kam eines Tages ein Anruf bei mir
an. Am Telefon meldete sich ein Herr Dr. Hammerschmidt, der mir mitteilte, dass
der Rotary Club Mainz-Churmeyntz die Absicht habe, in Erfurt einen Rotary Club
zu gründen. Ob ich dabei mitmachen würde.Rotary-war das nicht etwas, was
aus Amerika kam?Irgend eine von den
vielen seltsamen Sekten?-Da fiel mir
ein : Im unerwünschten West-Fernsehen hatte ich vor einiger Zeit etwas über
einen Brunnenbau in einem armen afrikanischen Land gesehen, gebaut von
Rotariern unter dem Motto: Anderen selbstlos helfen.Hatten wir in früheren Jahren nicht auch so
etwas? Medizinische Hilfe in Vietnam und in Nicaragua, oder die Unterstützung
der Freiheitsbewegungenin den Ländern
der 3.Welt?Mainz, so erzählte man sich bereits vor
der Wende, wollte schon länger mit Erfurt eine Städtepartnerschaft abschließen.Aber die frühere Erfurter Ober-Bürgermeisterin,
die wir nur die rote Rosi nannten, war vehement dagegen. „Das könnte denen so
passen“ soll sie gesagt haben. „MehrereJahrhunderte Erfurt in Abhängigkeit halten und zu unterdrücken, und nun
auf Partnerschaft machen, das fehlte uns noch.“ Kurze Zeit später besuchten uns
einige Rotarier aus Mainz, mit ihnen führten wir ausgiebige Gespräche. Wir
wurden eingeladen, an einem Meeting in Mainz teilzunehmen.
Wenige Zeit danach fuhren die ausgewählten
Professoren Lothar Ullrich und Peter Wutzler sowie Dr. Axel Wilken von der
Dresdner Bank und ich, im Pkw nach Mainz. Wir erlebten beim Rotary Club
Mainz-Churmeyntz unser erstes rotarisches Meeting. Um welches Thema es dabei
ging, weiß ich heute nicht mehr, aber alle waren zu uns sehr freundlich,die Stimmung war sogar ausgesprochen
freundschaftlich. Nach dem gemeinsamen Mittagessen schloss sich noch ein kurzer
Besuch in der Privatwohnung von Dr.Hammerschmidt an, und danach machten wir uns wieder auf den Heimweg.
Wir vier Erfurter waren hell begeistert
und davon überzeugt, dass wir in Erfurt auch einen Rotary Club brauchen.
Aber das größte Wissen über Rotary besaß mit
Abstand schon Prof. Ullrich. Er erklärte unsdie rotarische Organisation, sprach über die Aufgaben und Pflichten der
Mitglieder, die Leitprinzipien mit der Vier-Fragen-Probe, über die nationalen
und internationalen Programme und natürlich über die Geschichte von Rotary, über
Paul Harris und die Zustände in Chikago 1905 .Als wir wieder in
Erfurt ankamen, waren wir zwar geschafft, aber glücklich undzufrieden.Professor Ulrich war besonders anzumerken,
wie sehr er vom rotarischenGedankenfasziniert war. Wie kaum einem anderen eröffnete
sichfürihn eineneue Welt, die er nutzen wollte und auch
konnte. Er riss uns inseiner Begeisterung mit. Wir trafen uns schon bald in seiner Wohnung bei
einem guten Glas Wein, und wir überlegten, wie wir weiter vorgehen könnten und
welche Personen noch in den Kreis passenwürden.
Aber dann kamen sie wieder zurück, die
Bedenken und Zweifel:Auf was hast du
dich da eigentlich eingelassen? Können so selbstbewusste Männer aus
verschiedenen Berufen, die gewohnt waren, ihre Meinung nicht nur deutlich zu
machensondern auch durchzusetzen, sich
tatsächlich zu einem solchen Freundeskreis zusammen schließen? Ältere Rotarier
versicherten uns, dass das sehr wohl funktioniert:Selbstlos Anderen zu dienen, denen, die im
Leben nicht geradevom Glück verfolgt
worden sind.Für Frieden und Völkerverständigung
eintreten und sich Woche für Woche treffen, um Freundschaft zu pflegen, gute
Vorträge zu hören oder zu halten, Hilfsprojekte zu planen und auf den Weg zu
bringen. Von solchen Zielen lassen sich charakterlich einwandfreie,
hilfsbereite und erfolgreiche Persönlichkeiten gern überzeugen.
Gründungsmitglied Werner Heubel:
Es wuchs zusammen, was zusammen gehörte
Bei und nach dem Gründungstreffen am 9. April 1991
lernte ich diejenigen kennen, die als Erfurter die tragende Säule des zu
gründenden Clubs werden sollten. Dazu gehörten die Freunde Arnrich, März, Ruge,
Schleiff, Wutzler und natürlich Freund Ullrich, der dann erster Präsident
wurde. Dann kamen die Freunde Andres, Brokhof, Günther, Hutt, Rolf Lehmann,
Lukassek, Müller, Renner, Wessel und Zeh dazu. Diejenigen, die an der
Gründungsversammlung am 27.6.1991 teilnahmen, spiegelten in ihrer
Zusammensetzung das durchaus beabsichtigte ausgewogene Verhältnis zwischen
ursprünglichen Erfurtern und „Zugereisten“. Wir waren im Sommer 1991 dann 18
Gründungsmitglieder, davon stammten 11 aus Erfurt, und 7 aus den alten
Bundesländern, von diesen waren 4 Alt-Rotarier. Die Auswahl der Freunde musste
wohl bedacht werden. Es hat da auch manche Pannen gegeben. Ich kann hier ja
ruhig sagen, dass ich bei meinen vielen Kontakten mit Vertretern von Thüringer
Wirtschaftsunternehmen mehrfach auf eine Aufnahme bei Rotary von Leuten
angesprochen worden bin, bei denen die Mitgliedschaft besser unterblieb,
übrigens auch von Westdeutschen. Wir waren uns einig und Freund Ullrich hat es
seinerzeit mehrfach ausgesprochen: wichtig war eine ausgewogene Mischung
zwischen Erfurtern und Neuankömmlingen. Es sollte ein Erfurter Club sein.
In der Gründungsversammlung, an der auch Freund
Hammerschmidt, sowie der damalige Präsident des RC Mainz-Churmeyntz, den ich
auch schon als früheren Bankkollegen kannte, und der Governor des 188.
Rotary-Distrikts teilnahmen, wurde dann die Clubsatzung verabschiedet, der
Zeitpunkt der Meetings festgelegt und der neue Vorstand gewählt. Der Bericht
über diese Gründungsversammlung vom neugewählten Sekretär zählt für den Monat
Juli 1991 auch die ersten Vorträge auf. Danach kamen weitere Mitglieder dazu,
sodass mit 25 Mitgliedern am 13. Dezember 1991 im Erfurter Dom, im Rathaussaal
und im Erfurter Hof die Charterfeier mit 200 Gästen festlich begangen werden
konnte.
Für mich war selbstverständlich, dass ich dem
entstehenden Club in Erfurt angehören wollte. Dabei war mir Rotary in Erfurt
schnell wie eine wohltuende zweite Heimat, ja wie eine Oase in einem äußerst
schwierigen Umfeld. Die Arbeit bei der Treuhandanstalt war kein
Zuckerschlecken. Abgesehen von den Äußerlichkeiten wie dem Aufenthalt in
unangenehm riechenden Büros voller Sperrmüllmöbel und schwierigen technischen
Bedingungen wie mangelhafte Telefone usw., waren die Schwierigkeiten bei den
der Treuhandanstalt Erfurt zugeteilten ca. 600 Betrieben belastend, ob es um
die immer mit Entlassungen verbundene Restrukturierung ging oder das Finden von
Investoren mit einwandfreier Bonität. Es ist ja kein Geheimnis, dass in
schwierigen Zeiten die Gauner besonders aktiv sind. So war ich in dieser Zeit
erleichtert, bei Rotary Freunde vorzufinden, mit denen man herzerfrischend
offen und freundschaftlich umgehen konnte und denen man die Freude am Gelingen
der friedlichen Revolution anmerken konnte.
So hat dann auch Rotary in Erfurt seinen Teil dazu
beigetragen, dass zusammenwuchs was zusammengehörte.
Gründungsmitglied
Claus-Peter März:
Lothar Ullrich gab den Anfängen mit großer
Begeisterung Hintergrund und Kontur
UnseremPräsidenten war es ein wichtiges Anliegen,
dass in dieser festlichen Stunde, in der es wesentlich auch um Rückschau und
Erinnerung der Anfänge gehen sollte, der Gründungspräsident unseres Clubs,
Freund Lothar Ullrich, angemessen zur Sprache gebracht werde - denn gerade er
hat sich um unseren Club in besonderer Weise verdient gemacht. Ich bin, weil
ich mit Lothar Ullrich seit langem freundschaftlich verbunden bin, zu eine
aufgefordert worden, dies trotz derschmerzlichen Umstände zumindest zu versuchen.
Wir
wissen alle seit längerem um Freund Ullrichs Erkrankung. Solange es ihm
gesundheitlich möglich war, hat er den Club noch besucht. Später hat er sich
dann doch zurückgezogen, weil ihm durch den Rückgang der
Kommunikationsfähigkeit das aktive Mittun im Club immer schwerer fiel. Und das
war dann auch schon kein wirklicher Abschied mehr, sondern eher ein stilles und
allmähliches Hinausgleiten aus unserer Gemeinschaft, das viele im Club sehr
berührt hat. Heute ist sein Zustand dergestalt, dass er allein kaum mehr
aktionsfähig ist und auch nur noch wenige, mit denen er früher Gemeinschaft
pflegte, erkennt.
Ich
treffe ihn bisweilen am Sonntag in der Schotten- oder in der Martinikirche,
wohin er mit seiner Haushälterin zum Gottesdienst geht. Mich erkennt er noch
und wir sprechen auch immer miteinander. Er äußert sich freilich nur noch in
sehr kurzen Sätzen, sagt nur wenige Worte. Ja - er ist eingeschränkt, aber er
ist offen und – das ist mir wichtig hier zu sagen - ich habe ihnniemals verbittert erlebt.
Nach
diesen nicht einfachen, aber wohl notwendigen Bemerkungen zur derzeitigen
Verfassung von Freund Ullrich, möchte ich zurückschauen auf das Jahr 1992 und
auf jene erste, eigentlich noch im Vorfeld liegende Phase unseres Clubs
eingehen, in der wir Rotary als etwas für uns, die wir aus dem Osten
Deutschlands kamen, durchaus Neues entdeckten. Es war dabei vor allem Lothar
Ullrich, der diesen Anfängen mit großer Begeisterung Hintergrund und Kontur zu
geben vermochte. Denn damals – es war im zweiten Jahr nach der Wende! -wussten keineswegs alle von uns präzise zu
sagen, was man sich denn letztendlich unter Rotary vorzustellen habe – auch ich
nicht. Ich hatte wie die meisten von uns den Brief eines Gründungsbeauftragten
bekommen, der mich zu einem „Rotarischen Tisch“ einlud. Weil ich nicht wusste,
was ein „rotarischer Tisch“ sei und mir – als „gelerntem DDR-Bürger“ - das
Ganze fremd vorkam, wollte ich der Einladung eigentlich nicht folgen. Da aber
in dem Schreiben darauf verwiesen wurde, dass mir Prof. Lothar Ullrich weitere
Auskünfte geben könnte, habe ich ihn angesprochen und ihm auch ganz unbekümmert
mitgeteilt, dass ich bei dieser „rotarischen Sache“, mit der ich nicht allzu
viel anzufangen vermochte, wahrscheinlich nicht mittun werde...!
Diejenigen
von ihnen, die Lothar Ullrich kennen, vielleicht da und dort auch unter seiner
Ungeduld, wenn sich die Dinge nicht so schnell einordnen ließen wie bei seinen
Studenten, ein wenig gelitten haben, können sich unschwer ausmalen, was dann
folgte: Er vermerkte zunächst, dass meine Vorstellung von Rotary – und das
Folgende ist „Originalton“ – „nicht nur falsch, sondern geradezu hirnrissig
sei!“. Dann begann er mir Rotary mit solcher Begeisterung zu beschreiben, dass
ich mich der Bemerkung nicht enthalten konnte, dass seine Begeisterung geradezu
religiöse Züge annähme, was eines katholischen Theologen wohl nicht ganz
angemessen wäre. Er konnte dann immerhin auch über sich selber ein wenig
lachen. Aber dabei blieb es nicht. Er setzte sogleich nochmals an und brachte
Rotary dann in etwa so auf den Punkt: „Da setzen sich Leute zusammen, die von
unterschiedlichen Dingen etwas verstehen, und sie überlegen, wie sie mit dem,
was sie an Fähigkeiten mitbringen, in dieser Gesellschaft etwas tun können, was
anderen hilft…und dass das auch funktioniert pflegen sie Gemeinschaft
miteinander, weil Freundschaft die Basis ist, auf der das alles wachsen kann .
Also im Klartext: Gemeinschaft pflegen, damit es für andere etwas bringt.“
Nach
diesem Gespräch, das für mich in der Konsequenz durchaus etwas Zwingendes an
sich hatte, bin dann doch zu diesem rotarischen Tisch gegangen und war in der
Folge fast immer anwesend. Ich gestehe auch, dass diese Anfangszeit für mich
mit zum Faszinierendsten gehört, was ich bei Rotary erlebt habe. Aus der
Rückschau heute würde ich sagen, dass da tatsächlich zur Geltung kam, dass
jedem Anfang eben jener Zauber innewohnt, der uns erhebt und der hilft auch
neues Land zu betreten – und wir betraten Neuland! Wir kamen mit
unterschiedlichsten Lebensläufen und Orientierungen, begannen ein Netz des
Verstehens zu knüpfen.. Und da war als die Gabe des Anfangs eben auch jenes
immer neue, jeder eingefahrenen Gewohnheit abholde Sich-Einander-Erklären. Das
war für mich das eigentliche Faszinosum an Rotary.
Lothar
Ullrich hat das alles in seiner Rede zur Charterfeier zum Ausdruck gebracht,
die für mich zu den wirklich großen Texten zählt, die ich im Club aufgenommen
habe.Immer und überall wurde deutlich:
Für ihn war Rotary eine prägende Erfahrung.
Ein
Bonmot, das er immer wieder einmal gebraucht hat, bringt das auf ganz eigene
Weise auf den Punkt. Er hatte sich kurz zuvor seinen ersten PC gekauft und sich
solange mit diesem Gerät befasst, bis er alle Funktionen kannte – denn er hätte
es einfach nicht ertragen, wenn er mit einer nicht erkannten und beherrschten
Funktion seines PCs hätte weiterleben sollen. Dann war er natürlich völlig
fasziniert von dem, was dieser relativ kleine Kasten alles konnte. Er prägte in
einer Vorlesung vor den Studenten den Satz: Es gäbe drei Dinge, die ihn wieder
jung gemacht hätten: erstens: die politische Wende, zweitens: sein Computer,
und drittens: Rotary. Das ist zwar zunächst einmal, wie schon gesagt, nur ein
Bonmot, aber er meinte das durchaus ernst. Und für unseren Club war dabei aus
seiner Sicht der Vergleich mit seinem PC und noch mehr mit der politischen
Wende im höchsten Maße ehrenvoll gemeint.
Diese
Faszination prägte seine Zeit als Govener, und sie kam auch dann noch zum
Ausdruck, als er uns beim zehnjährigen Jubiläum eine Überschau über den Club
und seine Gestaltungsräume gab. Er war schon gezeichnet von der Krankheit und
er tat sich mit der Rede schwer, aber er wollte mit dem, was er da mit allen
möglichen Rechnungen herausgefunden und zusammengestellt hatte, uns allen wohl
noch sagen, wie wichtig ihm der Club sei und welche Bedeutung er für diese
Stadt habe.
Fotos:
Wolfgang Lukassek, RC Erfurt
Einleitender
Text und Redaktion dieses Berichtes: Heinz Stade, RC Erfurt
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